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Bahnhof Ebschied in km 20,9 |
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Das Empfangsgebäude (Typ Kleiner Bahnhof) des Bahnhof Ebschied´s entspricht dem selben Baumuster wie
Alterkülz, Bell, Lingerhahn, Emmelshausen und Buchholz. Vorhanden war auch das
dazugehörige Nebengebäude. Am Bahnübergang entstand noch ein Beamtenwohnhaus,
das Heute noch dort zu finden ist inkl. eines tollen Stalles. Der Stellwerksanbau gibt noch
Rätsel auf. So wurde ein ähnlicher Anbau dem Bahnhof Buchholz 1910
angefügt. Nachweisbar ist auch ein ähnlicher Anbau für Argental um 1920. Wieso Ebschied diesen
Stellwerksanbau 1925 erhielt, ist Heute nicht mehr nachvollziehbar. Das Ganze verwundert, weil Stationen wie Alterkülz,
Pfalzfeld und Emmelshausen nur über kleine Bretter/Wellblechverschläge
verfügten, die das Stellwerk vor Witterungen schützen sollten. Die Signaltechnik
dürfte auch in den Jahren um 1925 Einzug gehalten haben. Damit verbunden war die
Erweitung durch das Überhol.-Kreuzungsgleis 3. Die Signaltechnik bestand
bis ca 1940 aus Schubstangen für die Einfahrweichen und aus Seilzügen für die
Einfahrsignale. 1940 erneuerte die Deutsche Reichsbahn die Signaltechnik.
In einem Film von 1940 sind neue Verschlusskästen an den Weichen zu erkennen.
Weitere Erweiterungen
in der Zeit des Dritten Reiches fanden nicht statt.
Anfang der 1950er war die
Deutsche Bundesbahn gezwungen Personal einzusparen. Nicht
nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern es fehlte einfach an
Eisenbahnern. Viele waren im Krieg gefallen oder noch in
Gefangenschaft. So richtete die Bahn Anfang der 1950er
wieder den Zugleitbetrieb* zwischen Emmelshausen und Simmern
ein. Dabei wurden die Bahnhöfe Lingerhahn und Bell zu
Haltestellen rückgebaut und die Bahnhöfe Pfalzfeld, Alterkülz und Ebschied mit den neuen Rückfallweichen
ausgerüstet. Dabei nahm dann Ebschied eine Sonderstellung
ein. Hier wurde eine Versuchsanlage mit EDr1technik
eingebaut. (siehe Rechts). Der Gleisplan wurde geändert in
der Form, dass die beiden Einfahrweichen immer bei Einfahrt in Plusstellung
lagen. Schon 16 Monate später
wurde diese Anlage jedoch wieder ausgebaut. Eine ähnliche
Anlage gab es bis Ende der 1990er Jahre in Münster (bDieburg).
Die einzige Fahrkarte von Ebschied die vorhanden ist, besitzt
das Datum 15.11.1952. Kurze Zeit später wurde der Bahnhof geschlossen.
Fahrkarten gab es dann nur noch im Zug. Gebäck und Stückgut mussten nach
Kastellaun gebracht werden. Dienstraum und Warteraum waren einige Jahre an die
Raiffeisenkasse vermietet und dienten als Lager. In den 1960ern wurde das
Empfangsgebäude an Privat verkauft. Die Veränderungen am Gebäude sind minimal
und so blieb sogar der Schalter im Bahnhof erhalten. (Bitte die Eigentümer nicht
mit Besuchen belästigen! Inzwischen hat der Bahnhof wieder den Besitzer
gewechselt und der Warteraum ist heute das Wohnzimmer)
Aus dem Lageplan des Bahnhofes geht für das Jahr 1957 eine weitere
Veränderung hervor. Für den Zeitraum bis zum 03.11.1961
wurden alle Zugfahrten durch Gleis 3 durchgeführt. In
welcher Form die Zugfahrten in den Jahren von 1954 bis 1957 durchgeführt wurden,
ist nicht erkennbar. Im
November 1961 erfolgte dann der völlige Umbau zur
Haltestelle und das Entfernen von Gleis 3 und dem
Stumpfgleis am Ladegleis. Noch HEUTE findet man den Bahnsteig von Gleis 3. Zeitgleich
mit dem Rückbau wurde
die Blinklichtanlage eingebaut (16.12.1960) und der Richtungsbahnsteig
Boppard eingeweiht. Eine erhebliche Steigerung des
Güterverkehrs brachte der NEU angelegte Anschluss Straba
ebenfalls im Jahre 1961.
Im Jahre 1978 erfolgte noch der Rückbau der Weiche
5. 1985 wurde wie auf allen Stationen im Hunsrück Holz
verladen. Ein letztes Mal richtig Betrieb in Ebschied. 1988
wurde der Gütertarifpunkt aufgelassen und das Ladegleis inkl Anschluss Straba
zurückgebaut. Übrig blieb ein 30Meter langes Stumpfgleis. |
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Heute ist das Bahngelände stark zugewachsen und wird von der
Kreisverwaltung/Gemeindeverwaltung nur im Bereich des Fahrradweges freigehalten.
Das Empfangsgebäude zeigt sich in einem sehr schönen Zustand. Besonders die
Fenster im Erdgeschoss sind es wert beachtet zu werden. Leider ist der Bahnhof
von der Gleisseite stark zugewachsen. |
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Postkartenmotiv nach 1925 |
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Streckenbeschreibung:
Von Hollnich km 18,8 bis zum
Bahnhof Ebschied km 20,9 |
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Kurz hinter der Haltestelle Hollnich durchquert die Bahn den
....... Wald. Vorallem von km 19,0 bis 20,2 bot die Strecke interessante Stellen
zum fotografieren. Leider war die Bahn in diesem Bereich
sehr abgelegen, was nur wenige Fotografen hier hin führte.
Den letzten Kilometer bis Ebschied verlief die Bahn durch
Mischwald.
Bahnübergänge befanden sich in Km 19,0 + 19,3 + 19,8
Feldwege ohne Sicherung (Gemarkung Hollnich) und
ein Waldwegübergang in km 20,2 der zur Gemarkung Södenroth
gehört. |
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Aktuelles "Rund um
Ebschied" und der Hunsrückbahn
Im Forum für die Hunsrückbahn |
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EDr1-Technik in Ebschied
(Signal u. Draht Feb. 1954)
EDrTechnik = Einfahre Drucktasten Technik
Im Herbst 1952 wurde in Ebschied eine neue Technik in Betrieb genommen.
Die Anlage war vorgesehen für Nebenbahnen mit sehr geringem Verkehr.
Sämtliche Weichen des Bahnhofs waren ortsbedienbar und soweit nötig,
schlüsselabhängig; Hauptsignale gab es nicht. Die Eingangsweichen 1 und 4
waren als Rückfallweichen ausgebildet. Bei der Ausfahrt wird die
Eingangsweiche der Gegenrichtung aufgeschnitten, die nach dem Befahren
selbsttätig in ihre Grundstellung zurückfällt. Eine Bedienung durch
örtliches Personal war nicht nötig, denn die Züge fahren immer in das
selbe Richtungsgleis ein. Eine Überholung war mit diesen Anlagen aber nur
mit erheblichen Aufwand möglich. Die Einfahrten waren mit
Gleissperrsignalen (Lichtsignale) gesichert. Die Signalbilder wurden der
Technik angepasst.
Betriebsablauf: Die Lichtsignale sind in Grundstellung dunkel (Der Grund
war wirklich "Strom sparen"). Bei Annäherung eines Zuges und Grundstellung
der Rückfallweiche erscheint ein weißes Licht ( die Anlage überprüft vor
dem Geben des weißen Lichtes die Signalstellung der Gegenseite und die
Ordnungsstellung der Eingangsweiche), während des Auffahrens und solange
der Weichenschlüssel entnommen ist, also in der Rangierstellung, ein rotes
Licht.
Die Zugkreuzung selber wurde per Fahrplan (Regelkreuzung) bzw Befehl
(Sonderzug) angeordnet. Nach verlassen der Züge ging die Anlage wieder in
Grundstellung. Außer der Ankunftsmeldung bzw der Fahranfrage (per
Fernsprecher beim Zugleiter) waren keine Bedienhandlungen erforderlich.
Schon als der Bericht im Feb 1954 veröffenlicht wurde, war die
Bauanweisung für die Anlage in Ebschied zurückzubauen schon fertig. Die
Anlage wurde am 30.03.1954 nach nichtmal 2 Jahren wieder ausgebaut. |
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